Wissensmanagement im Krankenhaus: Die digitale Bibliothek

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Digitale Bibliothek im Krankenhaus © clipdealer.com

Nur ein Bruchteil des benötigten medizinischen Wissens für die berufliche Tätigkeit ist auch tatsächlich im Kopf abgespeichert. Auch hier gilt: „Wissen heißt zu wissen, wo Wissen steht“. Das bedeutet aber auch, dass viel Zeit bei der Suche nach Informationen verloren geht.

Die medizinische Bibliothek im Krankenhaus

Die Bibliothekare im Krankenhaus sind u.a. dafür zuständig, dass Mediziner und Studierende mit entsprechender Fachliteratur ausgestattet sind – ob zum Lernen, Forschen oder Recherchieren. Inzwischen reicht das Kontingent an potentiellen Medien im Krankenhaus von Fachbüchern und Zeitschriften über eBooks und eJournals bis hin zu wissenschaftlichen Datenbanken und Informationsportalen. Die Mitarbeiter in den Fachbibliotheken haben dafür Sorge zu tragen, dass für die anderen Klinikmitarbeiter stets die aktuelle Literatur verfügbar ist. Diese gilt es zudem zu erfassen, zu verwalten und mit Schlagworten zu versehen. [1]

Digitalisierung der Medien bringt Mehrwert

Mussten früher mehrere Exemplare eines Buchs angeschafft werden, so besteht heute bei der Lizenzierung der eBook-Version die Möglichkeit (vorausgesetzt es ist in elektronischer Form verfügbar), dass mehrere Mitarbeiter auf dieses eBook ortsunabhängig Zugriff haben. Das Gleiche gilt natürlich auch für das Lizenzieren von eJournals. Dadurch sind Fachinformationen leicht zugänglich und schnell verfügbar. In der elektronischen Form kann man oftmals auch auf Suchfunktionen, wie die Volltextsuche, zurückgreifen. So gelangen die Mitarbeiter noch schneller an die benötigten Informationen. Da verwundert es nicht, dass seit ein paar Jahren die Charité „in größerem Umfang E-Books“ lizenziert. [2]

Wissensmanagement in der medizinischen Bibliothek

Theoretisch sind Bibliothekare wahre Wissensmanagement-Profis. Schließlich gehört es zu ihren Standardaufgaben, das vorhandene Wissen in der medizinischen Bibliothek zu dokumentieren, aufzubereiten, zu strukturieren sowie verfügbar zu machen. Konkret bedeutet das, „intern das kollektive Wissen füreinander transparenter zu gestalten und […] dieses Wissen für die dienstleistungs- und auskunftsspezifischen Anforderungen besser nutzbar zu machen.“ [3] Das Klinikum Mittelbaden nutzt dafür seit ein paar Jahren ein Wissensmanagement-Portal, um u.a. Fachmedien leicht und überall abrufbar zu machen. Auf den WiMa-Tagen 2018 in Stuttgart stellte das Klinikum in ihrem Vortrag zur Einführung eines Wissensmanagement-Portals sechs gute Gründe dafür vor [4]:

  • Zeitersparnis
  • Mehr Überblick
  • Mehr Flexibilität für die Nutzer
  • Effizientere Nutzung
  • Mehr Teilhabe am Wissen
  • Weniger Verlust von Erfahrungswissen

Gebündelte Informationssuche durch Wissensmanagement-Portal

Im Krankenhausalltag finden recht häufig digitale Medien ihren Einsatz bei Krankenhausmitarbeitern – sei es beispielsweise zur fachlichen Recherche, Diagnostik oder zum Administrieren von patientenbezogenen Daten, aber auch für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. [5] Mit dem Wissensmanagement-Portal KWM-P (Klinik-Wissen-Managen) ist eine solche gebündelte Informationssuche möglich. Es bietet die Möglichkeit, den Rechercheaufwand für die Klinikmitarbeiter zu minimieren, laut der Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen (AGMB). [6] Mit Hilfe der „speziell für die Medizin entwickelte scisco search“, ist auch eine quellenübergreifende Suche – beispielsweise in PubMed – garantiert.

 

Wissensmanagement und Fachmedien

Mit dem KWM-P besitzen Krankenhäuser die Möglichkeit, sowohl ihr eigenes Wissen (z.B. Hausleitlinien) zu verwalten, als auch auf externes Wissen medizinischer Datenbanken (wie u.a. die PubMed) zurückzugreifen und ihre lizenzierte Fachliteratur für die Mitarbeiter ganz einfach zugänglich zu machen. Der große Vorteil beim Lizenzieren von Medien im elektronischen Format ist, dass im KWM-P automatisch die aktuelle Version bzw. Auflage zur Verfügung gestellt wird. Das bietet sich insbesondere für Literatur an, die jedes Jahr überarbeitet wird, wie der Kostenkatalog DKG-NT Band I/BG-T – der ab 2020 als praktische Online-Datenbank verfügbar sein wird.

 

Quellen:

[1] https://www.klinikum-stuttgart.de/leistungsspektrum/leistungen-im-ueberblick/wissenschaft-und-lehre/fachbibliotheken/

[2] https://bibliothek.charite.de/ueber_die_bibliothek/erwerbungs_und_sammelprofil/

[3] https://www.wissen-kommunizieren.de/wp-content/uploads/2016/04/ASPB_Wissensmgmt_Metzendorf.pdf

[4] https://www.wissensmanagement.net/fileadmin/WiMaStg/downloads_2018/woerner_2018.pdf

[5] heilpraxisnet.de: Wie beeinflusst die Digitalisierung die Arbeit in Krankenhäusern?; 22.12.2017

[6] https://www.egms.de/static/de/meetings/agmb2015/15agmb20.shtml

 

jb/KWM

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