Wissensmanagement in der erneuerten ISO 9001:2015

Die 4. Kremser Wissensmanagement-Tage liegen hinter uns und brachten viele spannende Erkenntnisse, inspirierte und inspirierende Vorträge, Workshops und Best-Practice-Berichte. Allen voran war natürlich die Neuerung der ISO 9001 eines der Themen, das mit größter Spannung erwartet wurde. Die anwesenden Wissensmanager lauschten, tippten, twitterten und posteten eifrig, als die ISO-Änderungen zur Sprache kamen. Im Juli soll die finale Fassung vorliegen und im September die offizielle Veröffentlichung erfolgen.

Die Organisation muss ihr Wissen effizient managen, um nach ISO 9001 zertifiziert zu werden. Die ISO 9001 ist weltweit die am meisten verbreitete Norm im Qualitätsmanagement. Einer ihrer Aspekte ist das Managen von Wissen – genauer gesagt:

Wissen bestimmen, Wissen betrachten, Wissen erlangen, Wissen vermitteln und Wissen aufrechterhalten.

Man kann davon ausgehen, dass die Umgestaltung der ISO 9001 ein entscheidender Schritt für den Stellenwert von Wissensmanagement insgesamt sein wird. Denn obgleich die Bedeutung von Wissen gemeinhin in Unternehmen als hoch bis sehr hoch eingestuft wird, ist aktives und strategisches Wissensmanagement noch bei den wenigsten an der Tagesordnung, sondern wird eher „nebenbei“ behandelt. Das soll sich jetzt ändern. Wissen als Ressource der Zukunft rückt so noch mehr in den Fokus.

Doch worum geht es eigentlich genau?

  • Wissen bestimmen
    Was muss die Organisation wissen? Zunächst soll das Wissen identifiziert werden, das benötigt wird, um die Prozesse durchzuführen.
  • Wissen betrachten
    Was weiß die Organisation schon? Das vorhandene Wissen muss erkannt und zu dem benötigten Wissen in Bezug gesetzt werden.
  • Wissen erlangen
    Wie (systematisch) baut die Organisation neues Wissen auf? Neues Wissen muss gezielt aus internen und externen Quellen entwickelt werden, z.B. durch Schulungen oder eLearning.
  • Wissen vermitteln
    Wie ermöglicht und fördert die Organisation Wissensaustausch und Lernen? Lern- und Austauschformen sollen in der Organisation verankert und Wissen, z.B. über Medien und Systeme verfügbar gemacht werden.
  • Wissen aufrechterhalten
    Wie bewahrt die Organisation ihr Wissen? Um zu verhindern, dass wichtiges Wissen verloren geht, soll die Organisation das vorhandene Wissen erhalten und z.B. implizites Wissen dokumentieren.

 

Quellen:

  • Koubek, Anni; Schachner, Werner: Wissensmanagement powered by ISO 9001. Anforderungen der ISO 9001:2015 an Wissensmanagement. Vortrag: 4. Kremser Wissensmanagement-Tage 04/ 2015.
  • North, Klaus; Brandner, Andreas; Steiniger, Thomas: Die neue ISO 9001:2015 – Wissensmanagement wird Pflicht In: wissensmanagement 02/2015.

 

krs/KWM

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