Wissensmanagement in der Pflege: Wie sich Wissensschätze heben lassen: Über Erfolge berichten (Folge 1 von 3)

Wissensschätze in Erfolgsbesprechungen heben © Thieme Verlagsgruppe / Studio Blofield

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Haben Kliniken eine wissens- und innovationsfördernde Kultur in der Pflege, steigert das die Qualität von Pflegeleistungen. Auch die Bedürfnisse der Patienten werden besser erfüllt. Denn jeder Mitarbeiter in der Pflege verfügt über individuelles Erfahrungswissen, das auch Kollegen bei der Erledigung ihrer Aufgaben helfen könnte. In der Klinik lassen sich verschiedene Instrumente einsetzen, die dieses Wissen und Können allen betreffenden Mitarbeitern zugänglich machen. In drei Folgen stellen wir im Klinik-Wissen-Managen-Blog praxistaugliche Modelle zum Wissenstransfer in der Pflege vor, die auf Vorschlägen des EU-geförderten INTERREG-Projektes zur Zukunft der Pflege basieren.

Grundsätzlich braucht es eine förderliche Kultur im Unternehmen, um verborgenes Wissen einzelner Mitarbeiter zu heben und anderen Mitarbeitern verfügbar zu machen. Neben der Weitergabe von explizitem Wissen gehört dazu vor allem der Transfer impliziten Wissens, sprich: Erfahrungswissen, das sich nicht so ohne Weiteres erklären lässt. Solche so genannten „Wissensschätze“ lassen sich mit einer Reihe erprobter Instrumente heben. Es lohnt sich, einzelne oder mehrere dieser Instrumente gezielt in den Stationsalltag einzubauen.

Instrument 1: Über Erfolge berichten

Um die Erfahrungen abgeschlossener Projekte oder besonderer Ereignisse für alle Mitarbeiter sichtbar und verwertbar zu machen, eignet sich die so genannte „Erfolgsbesprechung“. Zu ihren positiven Effekten gehört neben Wissenstransfer, dass involvierte Mitarbeiter zugleich Wertschätzung und Freude über Erreichtes genießen können.

Bei der Erfolgsbesprechung werden im Rahmen einer Arbeitsbesprechung erzielte Erfolge reflektiert. Einzelne Mitarbeiter oder ganze Teams berichten über Erfolge und beschreiben den Weg dorthin, Besprechungsteilnehmer fragen bei Bedarf nach. Wichtig ist im Auge zu behalten, welche Themen in den Erfolgsbesprechungen schwerpunktmäßig besprochen werden – und wo eventuell Lücken bestehen. Am effektivsten ist eine breite Streuung der Themen.

Von der Erfolgsbesprechung existieren mehrere Varianten

Die „5-Finger-Methode“: Die eignet sich gut für die Evaluation von Projekten oder die Bewertung neuer Methoden. Der Daumen steht dabei für die positiven Aspekte, der Zeigefinger für das, was besser laufen könnte und der Mittelfinger für Aspekte, die negativ waren. Der Ringfinger schließlich steht für neue Beziehungen die entstanden sind, der kleine Finger für die Frage, welche Aspekte nicht genug Aufmerksamkeit bekamen.

Der „After-Action-Review“: Er eignet sich besonders für Erfahrungsaustausch unmittelbar nach einem besonderen Ereignis oder dem Abschluss einer Aufgabe. Solange die Erfahrungen noch ganz frisch sind, wird ein formloser Austausch einberaumt. Dieser eignet sich auch für Soll-Ist-Vergleiche.

Die „Critical-Indicent-Knowledge-Variante“: Hier analysieren die Teilnehmer ein oder mehrere kritische Ereignisse. Die in das Ereignis involvierten Mitarbeiter schildern, was sie getan haben um die Situation zu meistern und machen sichtbar, was daraus gefolgt ist. Abschließend beantworten sie die Frage, ob sie nächstes Mal wieder so handeln, beziehungsweise was sie anders machen würden. Mitarbeiter sollten ermutigt werden, hier auch Fehler zu benennen. Denn auf diese Weise können alle von der Erfahrung profitieren. Eine vertrauensvolle Atmosphäre ist hierbei unabdingbar.

 

Quelle:

Handbuch PflegeWISSEN ist im Fluss: 30 Methoden für Wissenstransfer in der Pflege, Juni 2014, online unter http://www.zukunft-pflegen.info

 

am/KWM
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