Wissensmanagement setzt Changemanagement voraus

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Ein Krankenhausinformationssystem (KIS) einführen, eine klinikweite Suche etablieren oder die Aufnahme neuer Patienten komplett digitalisieren – das alles sind Projekte für das Wissensmanagement, die für die Klinikorganisation vielfältige Mehrwerte bedeuten. Prozesse werden beschleunigt, Mitarbeiter entlastet und finanzielle Ressourcen geschont. Den Mitarbeitern in Kliniken fehlt es am erforderlichen Mindset. Erfolgreiches Wissensmanagement braucht aber eine Veränderung in den Köpfen der Klinikmitarbeiter.

Gewohnheiten im Klinikalltag ändern

Es stimmt: Automatisierte Prozesse sparen Zeit und Geld. Digitalisierte Daten sind immer und überall per Tastendruck abrufbar. Das funktioniert nur dann reibungslos, wenn die Mitarbeiter sämtliche Informationsbausteine konsequent digital erfassen. Also keine eilig dahin gekritzelten Telefonnotizen mehr, keine gelben Post-it-Zettel auf der Patientenakte und kein handschriftlicher Vermerk neben den Laborwerten. Entsprechende Unterlagen erst gar nicht ausgedruckt werden. Damit entfällt die Verlockung, sie mit Randnotizen zu versehen. Doch den Druckerknopf nicht zu betätigen, sondern stattdessen ein Dokument direkt am PC zu öffnen und es dort mit elektronischen Kommentaren zu versehen, das erfordert neue Routinen. Es geht also um die Veränderung von Gewohnheiten. Doch neue Abläufe sind oftmals unbequem und sie kosten Zeit. Zeit, die im Krankenhausalltag rar ist. Damit dieses Umdenken gelingt, benötigt es eine konsequente Umsetzung.

Wissensmanagement nicht ohne Changemanagement

Jedes Vorhaben in Richtung Wissensmanagement ist auch ein Projekt im Sinne des Changemanagements. Denn Veränderungen beginnen im Kopf und nicht auf technischer oder organisationaler Ebene. Stattdessen müssen neue Verhaltensweisen und veränderte Routinen im Kopf jedes Einzelnen auf fruchtbaren Boden stoßen. Das ist nur möglich, wenn der Mehrwert dieser Veränderung deutlich ist. In diesem Zusammenhang sind aber nicht die Vorteile für die Klinik wirklich entscheidend, sondern vielmehr was die Neugestaltung für den einzelnen Mitarbeiter bedeutet. Deshalb ist bei einem solchen Vorhaben herauszustellen: Wie viel Zeit spart jeder Mitarbeiter? Wo genau wird er entlastet? Welche Prozesse vereinfachen sich?

In der Gesundheitsbranche gilt zudem: Inwieweit profitiert der Patient von der Veränderung? Steht den betreuenden Ärzten und Pflegern künftig mehr Behandlungszeit zur Verfügung? Muss der Patient weniger Formulare ausfüllen? Erhält er Zugang zu neuem medizinischem Wissen, innovativen Behandlungsansätzen oder besseren Medikamenten?

Sind die Antworten auf diese und ähnliche Fragen klar, gibt das Gehirn grünes Licht. Das Klinikpersonal versteht Sinn und Zweck des Wissensmanagements. Es ist dieser Verständnisprozess, der aus dem Müssen ein Wollen macht. In der Folge heißt es nicht mehr: „Wir müssen Wissensmanagement einführen“, sondern: „Wir wollen Wissensmanagement einführen, weil es unsere Mitarbeiter unterstützt und entlastet und so das Patientenwohl langfristig steigert.“

 

nl/KWM

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