Wissensmanagement – Steigende Zufriedenheit beim Klinikpersonal

Zufriedene Klinikmitarbeiter © eyetronic/Adobe.Stock

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Wissensmanagement und digitale Lösungen könnten der Zufriedenheit des deutschen Klinikpersonals unter die Arme greifen. Mitarbeiter in deutschen Kliniken sind unzufrieden mit den vorherrschenden Arbeitsbedingungen und der derzeitigen Behandlungsqualität. Auf Basis der Studie „Front Line of Healthcare“ sieht die Managementberatung Bain & Company sogar die Patientenversorgung in Gefahr. Denn es hat ein großflächiger Stimmungsabschwung in den Krankenhäusern stattgefunden. Schon die Ausgangssituation war also denkbar schwierig und eine weitere Negativentwicklung hat fatale Auswirkungen. Es gilt folglich, dieser Abwärtsspirale möglichst schnell und effektiv entgegenzuwirken. Ein adäquates Mittel könnte im digitalen Wandel und Wissensmanagement liegen.

Mehr Wissen für mehr Zufriedenheit im Krankenhaus

Die Gründe für die zunehmende Unzufriedenheit liegen überraschenderweise gar nicht vorrangig in den oft vermuteten Kategorien, sondern vor allem in veralteten Systemen und unzureichendem Wissen. Gehalt, Schichtdienst, hohe körperliche, psychische Belastung oder Work-Life-Balance sind zwar nach wie vor wichtige Aspekte und sollten weiter in den Fokus des Klinikmanagements rücken. Doch den Ärzten geht es um elementarere Faktoren. Ihnen fehlt die Grundlage, um ihrer Arbeit qualitativ hochwertig nachgehen zu können. Veraltete Systeme, fehlende digitale Hilfsmittel und überholte Strukturen erschweren den Klinikalltag – in Kombination mit Personalmangel und Budgetknappheit.

Zudem fühlen sie sich vor allem von Pharmaunternehmen und Medizintechnikherstellern unzureichend informiert. Ihnen mangelt es schlichtweg am erforderlichen Wissenszugang, um medizinisch richtige Entscheidungen treffen zu können.

Digitaler Wandel schafft Lösungen

Mitarbeiter des Gesundheitswesens wünschen sich Hilfe durch digitale Lösungen. Vor drei Jahren waren die Signale schon ähnlich. Damals hatten die befragten Klinikärzte Hoffnung auf einen zügigen Wandel. Doch seither hat sich wenig getan und es macht sich Pessimismus breit. Vor allem Krankenhausbetreiber sind daher dringend gefordert, ihren Mitarbeitern positive Signale zu senden und diesen Impulsen dann auch tatsächlich Taten folgen zu lassen. Digitale Lösungen stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Außerdem ist die Vernetzung bestehender IT-Infrastrukturen erforderlich, um einen Wissenszugriff auch über heterogene Systeme hinweg zu ermöglichen. Relevante Informationen müssen durch eine hoch performante Search Engine innerhalb von Sekundenbruchteilen abrufbar sein. Die Suche muss dabei über den gesamten Wissensfundus erfolgen und nicht nur Teilbereiche einbeziehen. Nur so trägt sie zu einer objektiven Entscheidungsfindung bei.

Die richtigen Wissensquellen als Grundlage

Damit das gelingt, müssen die existierenden Daten zunächst erschlossen werden. Die Frage lautet: Über welchen internen Datenschatz verfügen wir? Und wie lässt er sich erschließen? An erster Stelle steht nach einer Sichtung und Bewertung die Digitalisierung papiergebundener Unterlagen. Das ist Voraussetzung dafür, sie in IT-gestützte Datenbanken zu überführen und klinikweit zu vernetzen. Externe Systeme müssen angeschlossen werden, um den Input von Pharmaunternehmen und Medizintechnikherstellern einbinden zu können.

Bessere Arbeitsbedingungen dank Wissensmanagement

Es ist viel zu tun. Wichtig ist, dass endlich erste, sichtbare Schritte eingeleitet werden, um die Stimmung in der Belegschaft nicht noch weiter zu verschlechtern. Denn demotiviertes oder gar desillusioniertes Personal ist bekanntlich besonders wechselwillig. Damit verfolgt Wissensmanagement in diesem Fall noch ein anderes Ziel: die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte zu verhindern. Ein gutes Wissensmanagement und effiziente digitale Lösungen helfen also sowohl bei der Mitarbeiterzufriedenheit als auch für die langfristige Mitarbeiterbindung.

Quelle:
Bains & Company: Front Line of Healthcare 2018

nl/KWM
Bildquelle: eyetronic/Adobe.Stock

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