Wissensmanagement zwischen Kliniken und Arztpraxen

Medizinische Versorgung erfordert ein sektorübergreifendes Wissensmanagement – standortunabhängig sowohl für Krankenhäuser als auch für Arztpraxen. Folglich ist eine Vernetzung zwischen der klinischen und ambulanten Versorgung unerlässlich, um eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten. Nur so kann verzahnte Behandlung gleichermaßen für ambulante, stationäre und auch rehabilitative Leistungen optimal funktionieren.

Dr. Matthias Zuchowski leitet seit 2017 die Medizinstrategische Entwicklung im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart und ist in seiner täglichen Arbeit mit diesem Thema bestens vertraut. In der aktuellen Ausgabe des Wissensmanagement-Magazins für Digitalisierung, Vernetzung & Collaboration spricht er darüber, wie Arztpraxen und Krankenhäuser sich besser vernetzen können.

Wissensmanagement überwindet Sektorengrenzen

Neue Versorgungsstrukturen, eine stetig wachsende Anzahl der ambulanten Versorgungszentren und interdisziplinäre Teams führen zu einer konstanten Anstieg an Schnittstellen. Das wiederum sorgt für veränderte und komplexere Wissensbedarfe. Dabei unterscheiden sich Struktur und Organisation der stationären und ambulanten Versorgung deutlich voneinander. Das gilt auch für die persönlichen Wissensbedarfe der Mitarbeiter. Daher besteht eine Herausforderung der intersektoralen Versorgung darin, das notwendige Wissen für die verschiedenen Gesundheitsprofessionen im richtigen Moment an der richtigen Stelle bereit zu halten. Der Wissensbedarf erweitert sich jedoch noch über die Schnittstellen hinaus und greift auch auf die Leistungsebenen der umgebenden Prozesse über. So sind auch vor- und nachbereitende Arbeitsweisen betroffen. Eine sektorübergreifende Zusammenarbeit hin zu einem gemeinsamen Ziel erfordert somit eine gemeinsame Auffassung von eben diesem Ziel und ein Verständnis für den Gesamtprozess.

Prozessorientiertes Wissensmanagement

© Dr. Matthias Zuchowski

„Da die sektorübergreifende Versorgung von der Verantwortlichkeit jedes Beteiligten für den Gesamtbehandlungsprozess lebt, entstehen gleichsam Wissensbedarfe, die den gesamten Behandlungsprozess betreffen.“, schildert Dr. Zuchowski. Das beinhaltet sowohl Verfahrensanweisungen und Leitlinien als auch die Informationsweitergabe und Dokumentation. „Erfolgreiches Wissensmanagement hat hier die Aufgabe, mit dem Prozess zu wachsen und das Individuum, die kritischen Prozessschnittstellen und die sektorenübergreifende Behandlung selbst zu adressieren sowie die Beteiligten in der kollaborativen Arbeit zum Wohle des Patienten zu unterstützen.“, erklärt der Medizinstrategische Leiter des RBK weiterhin. [1]

Dr. Zuchowski gab uns bereits einen Einblick in gelebtes Wissensmanagement des RBKs. Lesen Sie hier „Digitalisierung und Wissensmanagement – Krankenhaus 4.0

Quelle:

Zuchowski, Dr. Matthias: Wie sich Arztpraxen und Kliniken besser vernetzen. In: wissensmanagement. Das Magazin für Digitalisierung, Vernetzung & Collaboration, 2019, Ausgabe 5, S. 14-15.

cl/KWM

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