Wissenssuche im Krankenhaus – Welche Besonderheiten gilt es beim Wissensmanagement in der Klinik zu beachten?

Wissenssuche im Krankenhaus

Wissenssuche im Krankenhaus

Fast zehn Stunden pro Woche verbringen Wissensarbeiter (Menschen, deren Arbeit in der Anwendung ihres Wissens besteht) mit der Suche nach Informationen. Diese Zeit fehlt wiederum für andere Aufgaben. Das lässt schnell Druck und Stress aufkommen. Die Folge: Fehler entstehen und lassen den Arbeitsalltag zum hektischen Hamsterrad werden. Die langen Suchzeiten führen nicht nur zu weniger Zeit am Patienten, sondern auch zu frustrierten Mitarbeitern. Ein Suche-basiertes Wissensmanagement-System kann diese Zeiten drastisch reduzieren.

 

Vor welchen Herausforderungen steht das Krankenhaus bei der Einführung eines neunen Wissensmanagement-Systems?

Eine der Hauptherausforderungen besteht darin, dass die Mitarbeiter das System erst einmal annehmen müssen. Dafür muss eine geringe Hemmschwelle für den Zugang bestehen und die Benutzung darf nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden. Außerdem existiert im Haus zumeist bereits eine Vielzahl von Informationssystemen und Datenquellen. Die Suche des Wissensmanagementsystems muss diese vorhandenen Ressourcen, zum Beispiel Datenbaken, eBooks oder interne Dokumente ebenfalls einbeziehen können. Die dritte Herausforderung: Dem Mitarbeiter im Krankenhaus sollen so viele Informationen wie möglich zur Verfügung stehen, trotzdem darf ihn die Fülle nicht überfrachten. Die Informationsflut sollte daher angemessen gebündelt werden.

 

Das Krankenhaus: Ein (nicht nur) wirtschaftlich geführtes Unternehmen

Medizinisches Wissen hat eine besonders kurze Halbwertszeit. Kontinuierlich werden neue Forschungsergebnisse publiziert. Gleichzeitig ist es elementar, neuestes Wissen zu erlangen und anzuwenden, denn nur ein möglichst vollständiges Wissen, garantiert eine optimale Patientenversorgung. Fakt ist: Nahezu 50 Prozent des in Studien produzierten Wissens, erreicht Mitarbeiter und Entscheider im Gesundheitssystem nicht. Im hektischen Krankenhausalltag fehlt einfach die Zeit, all diese Quellen zu sichten und die gesuchte Information herauszufiltern. Das eingeführte Wissensmanagement muss daher nicht nur bestehende Informationen verwalten, sondern vor allem die Flut an neuen Veröffentlichungen bündeln und in nutzbar machen.

 

Wie kann ein Suche-basiertes Wissensmanagement-System helfen?

Um diesen besonderen Herausforderungen gerecht zu werden, muss das Wissensmanagement-System interne und externe Quellen sinnvoll verschränken. Das heißt: Zum Beispiel aktuelle digitale Fachzeitschriften (eJournals) ebenso einbeziehen und durchsuchen wie interne Dokumente oder zertifizierte Websites. Eine solche Medien- und System-übergreifende Wissenssuche durchsucht globale und lokale Quellen gleichzeitig und schont so eine der wohl wertvollsten Ressourcen im Krankenhaus: Zeit.

 

Quellen

  • frohberg: Whitepaper: Suche-basiertes Wissensmanagement für Kliniken und Krankenhäuser, 2015.
  • Bahrs, Julian: Enterprise Search – Suchmaschinen für Inhalte im Unternehmen. In: Lewandowski, Dirk (Hrsg.): Handbuch Internet-Suchmaschinen. Nutzerorientierung in Wissenschaft und Praxis, 2009, S. 329-355.
  • Blümle/ Türp/ Antes: Kontrollierte klinische Studien in deutschsprachigen zahnmedizinischen Zeitschriften. In: Quintessenz 59/2008, S. 905-911.
  • Crenze, Uwe: Enterprise Search: Vom Suchen zum Finden. In: wissensmanagement 8/13, S. 20 f.
  • EMC: Digital Universe study, 2014.
  • Feldman, S., J. Duhl, J.R. Marobella und A. Crawford: The Hidden Costs of Information Work. IDC Whitepaper, 2005. mifm München – Institut für Marktforschung GmbH: Produktiver Umgang mit Wissen in Unternehmen, Studie Auftrag von Haufe, 2014.
  • IDC: The Diverse and Exploding Digital Universe, 2011.

krs/KWM

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