Zukunft des Wissensmanagements – wohin geht die Reise?

Zukunft des Wissensmanagements

©Thieme & Frohberg GmbH

Automatisierte Prozesse, vernetztes Arbeiten und smarte Assistenten befinden sich derzeit im Fokus von Wissensmanagement-Initiativen im Gesundheitswesen. Es geht vor allem darum, bestehende Abläufe zu beschleunigen und wieder mehr Zeit für den einzelnen Patienten zu haben. Außerdem stehen Behandlungsqualität und Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Neben neuen therapeutischen Aussichten birgt Wissensmanagement – auf Basis der zunehmenden Digitalisierung – aber auch noch ganz andere Möglichkeiten: Nano- und Millibots beispielsweise können die Medizin revolutionieren, indem sie in Form mikroskopisch-kleiner Roboter direkt im menschlichen Körper agieren. Sie lokalisieren Entzündungsherde, entnehmen Gewebe oder spritzen Medikamente.

Entlastung durch professionelle Prävention

Ziel moderner Medizin ist es unter anderem, dass durch Prävention Krankheiten gar nicht mehr entstehen. Der Trend zum Self Tracking mithilfe von Fitnessarmbändern, Smartwatches & Co. greift genau diesen Gedanken auf. Doch noch wird er vielerorts nicht zu Ende gedacht – bzw. nicht konsequent fortgesetzt. Bisher verschwinden die meisten persönlichen Gesundheitsdaten nämlich im Nirwana und bleiben damit ungenutzt. Was es dafür braucht, ist eine intelligente Verarbeitung der Datenmengen. Denn auf Basis von Deep Learning ist es möglich, auch minimale Abweichungen in den individuellen Gesundheitsdaten zu erkennen und die einzelne Person auf mögliche Gesundheitsrisiken sowie adäquates Handeln aufmerksam zu machen.

Die Watson-Health-Cloud nutzt genau diesen Ansatz – aber nicht, um den einzelnen Menschen zu warnen, sondern um Ärzte bei der Diagnose zu unterstützen. Auf Basis von Mustererkennung durchforstet die Cloud alle gespeicherten Publikationen, relevanten Fälle und Daten quasi auf Knopfdruck. Auf diese Weise spart sie wertvolle Zeit, die Ärzte ansonsten mit der aufwendigen Suche verbringen würden. Aber sie leistet noch vielmehr: Sie greift bei ihrer Analyse auf einen Datenbestand zurück, den kein Mediziner je überblicken könnte. Mehrere Kliniken, Medizintechnikhersteller und Pharmaunternehmen sind bereits an das System angeschlossen.

Computerassistierte und autonome Medizin

Doch ein Blick in die Zukunft der Medizin offenbart noch viel mehr. Ärzte bekommen neue Kollegen, die weder Essenspausen noch Ruhezeiten brauchen, deren Leistungsfähigkeit niemals schwankt und die 24/7 einsatzfähig sind: Roboter werden im Zuge der Digitalisierung zunehmend zur rechten Hand von Medizinern. Vor allem in der Chirurgie. Insbesondere minimal-invasive Eingriffe finden schon heute häufig robotergestützt statt. Doch wie viel Roboter soll – bzw. darf – es sein? Während die einen den menschlichen Chirurgen lediglich bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und vor Fehlgriffen warnen, fungieren andere als verlängerter Arm des Operateurs. Noch weiter geht die autonome Medizin, bei der der Mensch die Operation vorab am Computer plant und Kollege Roboter sie anschließend eigenständig umsetzt.

Smarte Biotechnik lässt Mensch und IT verschmelzen

Und noch ein Trend zeichnet sich ab: der Einsatz von Mikrochips. Unter die Haut implantiert oder in die Blutbahn eingebracht, können sie den menschlichen Körper quasi von innen heraus überwachen, analysieren und vor Ort regulieren. Bekannte Anwendungsszenarien kommen aus der Behandlung chronischer Krankheiten, bei denen Stecknadelkopf-große Nanoroboter beispielsweise Insulin- oder Vitalwerte checken, um Patienten rechtzeitig vor mitunter lebensbedrohlichen Spitzen zu warnen. Künftig werden solche Nano- und Millibots immer kleiner, bis sie das menschliche Auge kaum noch erfassen kann. Und sie lassen sich von außen (also vom Arzt) steuern.

Auch künstliche Organe sind ein Thema, das im Zuge von Digitalisierung immer wieder zur Sprache kommt. Doch wie viel IT ist zulässig? Wo bleibt er Mensch? Und wann fängt der Cyborg an? Im Rahmen von Wissensmanagement sind daher gerade in der Medizin auch ethische Fragen ausschlaggebend.

nl/KWM

>Lesen Sie hier den Beitrag: Worauf es für Wissensmanagement im Krankenhaus aktuell ankommt

 

 

Ein Kommentar auf “Zukunft des Wissensmanagements – wohin geht die Reise?”

  1. Super geschriebener und informativer Artikel :-). In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen

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